LED-Beleuchtung im Naturaquarium (Teil 1) – LED lighting in Aquariums (part 1)

LEDs im Naturaquarium

LED-Beleuchtung ist ja schon seit einigen Jahren in der Aquaristik im Meerwasserbereich ein Thema. Mittlerweile wird immer mehr auch im Süßwasserbereich auf LED-Beleuchtung gesetzt. Was man beim Kauf und der Verarbeitung beachten sollte, um auch anspruchsvolle und lichthungrige Pflanzen zufrieden zu stellen, und alle Vorzüge der LEDs zu nutzen, werde ich hier versuchen anhand einiger Fragen an den LED-Spezi Joe (Joachim) kurz Euch näherzubringen.

Interview-Thema: LED-Beleuchtung in der Naturaquaristik (Teil 1)

Aquascapia: Moin Joe, ich würde gerne mein 18 Liter Becken, welches ich vorzugsweise zum Aquascaping nutze, versuchsweise auf Leds umstellen (Anspruch wäre also ein tageslichtähnliches Spektrum von 6000 Kelvin und genug Power, um auch mindestens Heminathus Callitrichoides Cuba zum wachsen zu bringen) – welche Leds sollte ich wählen und welches Zubehör sollte noch dazu gekauft werden?

Joe: Moin Timo, also so ein Nano hat dann wohl ungefähr 25cm Länge, Breite und knapp 30cm Höhe, vorausgesetzt, es ist ein Cube. Das macht die Sache relativ einfach.
Zunächst musst Du, für durchschnittliche Ansprüche der von Dir geplanten Bepflanzung an die Lichtmenge, planen, wieviel Licht Du brauchst, also wieviel Lumen am Aquarienboden ankommen sollen. Auf die Fläche “X m²” am Aquarienboden in definiertem Abstand “Y” zur Lichtquelle, Deinen LEDs, bezogen, brauchst Du nach meinen Erfahrungswerten etwa 0,06x 8000 Lumen, also rund 480 Lumen. Einen Hauch mehr oder weniger zu nehmen, ist nicht schlimm, denn 8000 Lumen/m² ist ein Erfahrungs- und Richtwert. Für Garnelen und andere Tiere, die es im Moosbecken nicht so hell brauchen, darf es etwas weniger sein, wenn Du z.B. Rotala wallichii nicht nur grün, sondern auch rot sehen möchtest, ruhig noch mehr. Wir gehen mal von Durchschnitt aus.
(Zum Vergleich: die 11 Watt Dennerle Nanoleuchte leistet 900 Lumen – laut Dennerle).
Das lässt sich mit zwei Abschnitten von je 25cm der LED-Strips machen, die ich verwende. Sie bringen 900 Lumen / Meter bei 14,4Watt, 12V= und 1,2A und lassen sich alle 5cm kürzen. Wenn 25cm länger wäre, als Dein 18 Liter Nano längste Kante hat, nimm statt 2 Streifenabschnitten von 25cm lieber 3 à 20cm, ist etwas mehr, aber gut.
Ein LED-Strip, wie ich ihn bspw. zur
Hintergrundbeleuchtung nutze
Weiter brauchst Du ein passendes Alu-Kühlprofil, eben auch 2 oder drei Abschnitte in der Länge Deiner LED-Strips. Am einfachsten und billigsten wären Innen passend breite U-Profile aus dem Baumarkt, nur bekommt man da keine Linearlinsen vernünftig drauf und deshalb sind spezielle Profile aus dem LED-Handel besser.
Ein Alu-Profil mit aufgeklebtem LED-Strip und Linearlinse
Für die kannst Du gleich die passenden Linearlinsen in entsprechender Länge und Stückzahl mit 30° Abstrahlwinkel mit ordern. Nur wer sicher ist, keine Linearprofile verwenden zu wollen, kann verzichten und gleich auf die U-Profile aus dem Baumarkt setzen.
Zu Deinen LED-Strips brauchst Du noch ein passendes, stabilisiertes Netzteil für 12V= mit 1.2A oder mehr. Bei 2 Streifen à 25cm würden 6,2 Watt abgefordert, bei 3x 20cm Streifen der LEDs wären es 8,64 Watt (für die von mir genutzten, o.a. LED-Strips). Rechne 10-20% Reservezuschlag für’s Netzteil, landest Du bei einem mit 10 Watt.

Dann brauchst Du noch die passenden Verbindungsstecker etc. am passenden Verbindungskabel, falls nicht schon dabei, noch etwas loses Kabel, Lot, einen Arbeitsplatz zum Bau und als Werkzeug neben dem Lötkolben/der Lötstation eine gute Schere, ein kleines Messer, Isolierband, Silikon (säure- und laugenfreies) oder einen 2K-Harzkleber (Epoxy) und Material für eine Rahmen- oder Aufhängungskonstruktion, auf die ich später eingehe, das war’s.

Das war soweit der erste Teil der kleinen LED-Kunde bei Aquascapia.com
Es geht dann morgen mit ein bischen Allgemeinwissen rund um das Thema LEDs, Crees etc. weiter! Falls noch Fragen sind, versuche ich diese gerne für Euch zu klären:)
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MfG Timo

Letzte Aktualisierung am 15.12.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

8 Gedanken zu „LED-Beleuchtung im Naturaquarium (Teil 1) – LED lighting in Aquariums (part 1)

  1. Christian

    Hallo

    Vielen Dank für den sehr interessanten Beitrag. Bei den X qm und Y Abstand (welche Einheit?) komme ich nicht mit. Der Faktor 0,06 entspricht ungefähr der Bodenfläche in qm (0,25m*0,25m=0,0625qm). Wie wird hier aber der Abstand (30cm) einbezogen. Was wäre, wenn das Becken nur 20cm oder aber 40cm hoch wäre?

    Ich freue mich schon auf den nächsten Teil der Serie.

    Gruß,
    Christian.

    1. Joe

      Hallo Christian,

      gute Frage, hatte ich im Beitrag noch nicht berücksichtigt. Du hast Recht, die Angabe, die ich hier machte, bezog sich nur auf die Grundfläche des AQs, ohne Rücksicht auf dessen Höhe. Der von mir im Beitrag angegebene Erfahrungswert von etwa 8000lm/m² bezieht sich auf AQen, die bis etwa 40cm Wasserstand haben und auf die den Boden erreichende Lichtmenge. Als groben Richtwert kann man hier annehmen, daß sich die Lichtmenge im ersten Drittel der Durchdringung der Wassersäule etwa halbiert. Das deckt sich nicht ganz mit theoretischen Aussagen dazu und hat wohl damit zu tun, daß unser AQ-wasser doch Schwebepartikel, Einfärbungen etc. enthält.
      Es gibt eine Hilfe in Form einer Berechnungstabelle, die man online nutzen kann, dazu.

      Der Link: http://www.lumenrechner.de/

      Mein Tip: hängt die LEDs so niedrig wie möglich über’s AQ und berücksichtigt auch die Luftstrecke über der Wasseroberfläche (WO), ruhig etwas großzügig. Dann wißt ihr, was Unten am Boden ankommt. Wer das Berechnungstool nutzt und zunächst die Daten für den „nackten“ Strip, ohne Vorsatlinse nimmt und die etwa 120° Abstrahlwinkel des Strip einträgt, danach die 30° unter sonst gleichen Angaben eintippt und nochmals berechnen läßt, wird eine heftige Veränderung der Lichtmengen in allen Ebenen bemerken. Das weist auf die Wichtgkeit und Möglichkeiten der Linearvorsatzlinsen hin. Die von mir gemachte Angabe von 8000lm/m² sollte am Boden des AQs ankommen.

      Danke für Deine frage und den damit gemachten Hinweis.

      Gruß,
      joe

  2. Timo

    Hi,
    gerne werde ich auch noch Links zu hilfreichen Seiten zum Thema hinzufügen, Fremder;)
    Falls jemand also noch weitere Interessante Links hat, einfach kommentieren!
    Gruß Timo

  3. Pingback: ADA Aquasky (LED-Beleuchtung für Aquarien) – Erfahrungsbericht | Aquascapia – Der Aquascaping Blog

  4. Tommy

    Hey Timo,
    danke für den Beitrag. Ich bin gerade über LED Aquarium gestolpert und überlege mir die Leuchtbalken mit Blauanteil für mein 120x 50 x 50 Aquascape Aquarium zu holen.
    Meinst du der Blauanteil lohnt sich? Immerhin werden im Pflanzenaufzucht-Bereich ja auch vermehrt blaue Spektren eingesetzt.
    Viele Grüße
    Tommy

    1. Timo Artikelautor

      Hi Tommy,
      „Blauanteil“ ist natürlich ein sehr relativer Begriff.
      Ich halte mich bei meinen Aquascaping-Leuchten von 5500k (kommt dem Tageslicht recht nahe) bis zu 8000K.

      Höher würde ich persönlich nicht gehen, aber das ist Geschmacksache :)
      ich bin der Meinung, dass die Lichtfarbe (fast) keine Rolle für den Wuchs darstellt.

      Die Lichtstärke und ausreichende Düngung ist dafür umso wichtiger.
      Gruß und frohe Ostern ;)
      Timo

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