Aquascaping-Motivation – auch Du kannst aquascapen!

Du findest Aquascaping toll? Wieso startest du nicht dein eigenes? Viel braucht man nicht dazu! In diesem Beitrag geht es darum, Dir letzte Hemmungen vor dem ersten Aquascape zu nehmen, indem ich einige wichtigen Fakten zu Technik, Hardscape, Bodengrund und Pflanzen zusammentrage. Schnell hast auch Du alles für dein leuchtenes Juwel im Wohnzimmer zusammen und dich hat die Aquascaping Motivation gepackt!

Let’s scape! Starte auch Du mit dem Aquascaping!

Ich werde nach und nach aufzeigen, was Du für’s Aquascaping brauchst. Neben Bodengrund, Hardscape und Technik werde ich auch auf Pflanzen eingehen!

Dezente rote Highlights mit Hygrophila pinnatifida und Rotala macrandra

Die Motivation für ein Aquascape ist vielfältig. Häufig will man einfach einen schönen Eyecatcher in der Wohnung haben!

Gerade die Planung und das Zusammensuchen der einzelnen Komponenten machen mir richtig Spaß! Erst das schöne (Weißglas-)Aquarium, dann der erste Sack Soil, die schöne Wurzel, in die Du dich verliebt hast und dachtest „Ja, damit lässt sich was schönes zaubern“ und schon ist man dem Schmuckstück der Wohnung ein Stück näher!

Man mag mich für verrückt erklären, aber ich lasse gerne auch schon die Beleuchtung über dem komplett leeren Aquarium brennen, um mich täglich an der Optik zu erfreuen und immer den bepflanzten Zustand im Hinterkopf zu haben!

Ich schreibe, wie ich selber meine Sachen für mein Aquascape zusammensuche und ich beginne meistens mit dem Bodengrund fürs Aquascape!

Bodengrund im Aquascaping Aquarium

Die Auswahl ist fast unendlich und ob Du nun reinen Sand, naturnahen Kies oder eins der modernen Soils nimmst, bleibt Dir natürlich selbst überlassen. Hier richtet sich meine Wahl stark nach den geplanten Pflanzen. Suche ich mir später sehr genügsames Pflanzenzeugs zusammen, wie bspw. Cryptocorinen oder Farne, die eh nur auf Wurzeln oder Steine gebunden werden, kann ich auch auf günstigen Kies zurückgreifen.

Geht es aber darum, möglichst schnell, auch anspruchsvollere Pflanzen zum Wachsen und zum „ausfüllen“ des Blickfangs in deinem Flur, Wohnzimmer oder gar Küche zu bringen, helfen aktive Soils dabei. Ich persönlich finde gerade in stark bepflanzten Aquarien Soils – also aktive Bodengründe, wie bspw. das schon oft von mir genutzte ADA Aquasoil oder das recht neue JBL Proscape Plantsoil – wirklich empfehlenswert.

Bodengrund im Aquascape

Je nach dem, wie das Aquascape wirken soll, nutzt man auch Sand als Eyecatcher und dort, wo Pflanzen gesetzt werden sollen, setzt Du Soil ein.

Eine Kombination aus dem nährstoffversetztem Soil und einem dekorativem Sandteil im Vordergrund oder als eine Art Teilung zwischen zwei Pflanzeninseln (siehste, da kommt mir schon die nächste Idee für ein Aquascape :P), steht übrigens nichts im Wege!

Sand und Soil solltest Du, zumindest anfangs solange die Pflanzen noch nicht über die Grenzen der Beiden Bödenarten gewachsen sind, penibel trennen. Ich sauge dazu einfach bei jedem Wasserwechsel die auf den Sand gerutschten Soil-Kügelchen ab – so hälst du das Parkett staubfrei … äh ich meine den hellen Sand mulmfrei! Ich mag es ja, wenn ich zwei lästige Sachen miteinander verbinden kann – Wasserwechsel und Sandpflege gehören definitiv dazu.

Ich nutze während des Einrichtungsprozess gerne lange Pappstreifen, oder wie Du auf folgendem Foto sehen kannst, Plastiktrenner. Diese Trenner halten die beiden Bodengründe voneinander getrennt und helfen einem schöne harmonische Formen mit den Bodengründen zu erreichen. Trenner aus Plastik/Acryl kannst Du auch später einfach im Aquarium lassen.

Sand und Soil als Bodengrund

Sand und Soil als Bodengrund sind etwas pflegebedürftiger, wenn der Sand lange schön weiß aussehen soll.

Die Farbe des Bodengrunds ist relativ sekundär, da zumindest bei den meisten meiner Aquascapes nach ein paar Wochen eh so gut wie kein Soil mehr zu sehen ist, da die Pflanzen sich ihren Platz genommen haben. Ich stehe trotzdem eher auf die dunkelbraunen Soils, die einen schönen Kontrast zu hellgrünen Pflanzen bieten. ABER: Das ist alles Geschmacksache ;)

Genauso ist es Geschmacksache, ob Du einen sehr hellen und feinen Sand oder einen dunkel grauen Kies als Deko-Streifen in deinem Aquascape integrierst. Deinen Vorstellungen sind keine Grenzen gesetzt!

Dekosand im Aquascape

Hardscape – damit steht und fällt jedes Aquascape!

Das Hardscape sollte beim Aquascaping wirklich im Fokus stehen, denn ich halte es für das wichtigste Kriterium für ein gutes Aquascaping-Aquarium. Ich setze dabei auf selbstausgesuchte Wurzeln und handverlesene Steine (teilweise kann man Wurzeln auch Online als Einzelstücke mit Fotos aussuchen!), denn nur so kann ich sicher sein, dass die Größenproportionen stimmen und bspw. der Schwung und der Wuchs der Wurzel meinen Vorstellungen entspricht.

Wurzel als Hardscape in einem Aquascape

Auf das Hardscape sollte besonderen Wert gelegt werden. Größe, Proportionen und Formen sind ausschlaggebend über den Erfolg eines Aquascapes!

Die oben zu sehende Wurzel habe ich vor Monaten in einem Aquarienladen entdeckt und wusste, dass sich damit was anfangen lässt und habe sie einfach mal „auf Vorrat“ für’s nächste Aquascape gekauft.

Du siehst also, dass man als Aquascaper immer die Augen nach neuem Hardscape hält. Sei es am Strand gefundenes Treibholz oder der knorrige Ast, den man beim Waldspaziergang findet: es eignet sich so vieles als tolles Hardscape für Dein nächstes Aquascaping-Projekt!

Sowas motiviert mich immer wieder erneut für ein neues Aquascape – vielleicht kennst du ja das Gefühl, wenn es nach einigen Monaten wieder in den Fingern kribbelt und das alte Layout einem neuen weichen muss.

Worauf bei der Planung eines Aquascaping-Beckens achten?

Viele Wege führen Dich hier nach Rom. Zwei Varianten, wie Du vorgehen kannst, habe ich hier kurz ausformuliert (und in dem Beitrag „Aquascaping-Skizzen“ ausführlicher behandelt):

Erst Skizze, dann Hardscape aussuchen

Du kannst Dir eine Zeichnung/Skizze anlegen, auf der Du deine in deinem kreativen Aquascaper-Kopf entstandene Idee zu Papier bringst und dann erst danach dein Hardscape aussuchst.

Bei der oberen Methode kann es natürlich teilweise schwierig werden, Wurzeln und Steine zu finden, die genau Deinen Vorstellungen bzw. der Skizze entsprechen. Aber davon solltest Du dich nicht irritieren, sondern inspirieren lassen. Gerade für erste Ideen für Dein Aquascape sind Skizzen wirklich hilfreich. Nicht nur für das Hardscape, sondern auch für die spätere Pflanzenwahl!

Ich mache meist keine Skizzen, sondern schaue nach Steinen oder Wurzeln, die mir persönlich gefallen und suche den Mainstone oder die Wurzel, die das Hauptaugenmerk auf sich ziehen soll aus, bevor ich alles andere plane:

Erst Hardscape aussuchen, dann Skizze bzw. Aquascape ausarbeiten

Wenn man dann das Hardscape zusammen hat, kann man sich Skizzen für den Aufbau inkl. der Pflanzen machen, oder man legt direkt im leeren Aquarium los und positioniert die Steine und Hölzer nach den eigenen Vorstellungen/Skizzen. Gerade beim Herumprobieren ergeben sich durch die natürlichen Formen des Hardscapes neue Möglichkeiten, die Du eventuell auf Skizzen oder in deinem Kopf noch nicht gesehen hast.

Manchmal ist das Hardscape schnell gesetzt, aber ab und zu sitze ich dann doch eine oder mehrere Stunden dran, die blöden Steine und die unpraktisch ääh ich meine schön verwurzelten Wurzeln im Aquarium zu platzieren. Aber gut, das soll ja auch meditative Eigenschaften haben… ABER nicht gut platziertes Hardscape kann einen auch an den Rand der Verzweiflung bringen, soviel Spaß es auch bringt.

„Diese verdammten Steine!!!“ oder „Den Spaß am Aquascaping nicht verlieren!“

Diese Sisyphos-Arbeit, kleine Äste und Steinbrocken in die richtige Position zu bringen, kann mich wirklich stressen, dabei hilft es dann einfach mal Abstand vom Aquarium zu nehmen und sich einen Kaffee zu kochen und mit Hilfe eines breitborstigen Malerpinsels den edlen Bodengrund nach hinten hin ansteigen zu lassen und im Vordergrund auf eine Höhe zu pinseln – das alles obwohl man mit dem Steinesetzen noch gar nicht fertig ist und den Bodengrund wohl während des Scapens noch 4 male glattstreichen wird.

Aber gerade solche Tools und diese Verhaltensstörungen, wie der Sandflattener oder ein Pinsel unterscheidet uns Aquascaper dann doch vom normalen Aquarianer.

Mittlerweile habe ich fast mehr Aquascaping-Tools, als Besteck in der Küchenschublade…

Aquascaping Spaß

Mit den richtigen Tools bereitet man sich selber Spaß und die Arbeit fällt deutlich angenehmer aus!

Also bleib‘ dran am Aquascape! Wenn du mal mit dem Steinaufbau nicht weiterkommst, hilft es manchmal die Steine – auch die die bereits gut liegen – aus dem Aquarium zu nehmen und nochmal von neuem zu setzen! Es liegt nicht an Dir, sondern an den bösen Steinen und den widerspenstigen Wurzeln, die einfach nicht gleich beim ersten Versuch liegen möchten, wie beim Großmeister des Aquascapings Takashi Amano. Na und?! Herumprobieren ist erlaubt und deswegen probiere ich so lange mit dem Hardscape herum bis es wirklich sitzt und mir gefällt.

Wenn es einfach wäre, hätte jeder ein Aquascaping-Aquarium!

Hilfreich ist es übrigens, wenn man etwas mehr Steine und Wurzeln zur Auswahl hat, als man für das Aquascape wirklich braucht, denn so kannst Du dir die passenden Steine besser aussuchen und kombinieren, als wenn du nur 5 Steine gekauft hast, die du unbedingt brauchst, um das Aquascape zu füllen.

Gerade auch an kleinen Details sollte man sich zu Beginn oder gerade als Anfänger nicht zu lange aufhalten – wichtiger ist, dass dein Mainstone oder die handverlesene Wurzel zu 100% sitzt!

Denn die kleinen Details verschwinden durch die spätere Pflanzenmasse meistens eh…

Aquascaping-Motivation

Viele möchten ein schönes Aquascape, brauchen aber noch den entscheidenen Anstoß, um einfach loszulegen! Hier gehts um Deine Aquascaping-Motivation!

Nimm dir die Zeit für dein nächstes Aquascape!

Ich persönlich liebe es, über Wochen langsam alle Sachen für das neue Aquascape zusammenzusuchen. Angefangen vom Soil, über das Hardscape bis zu den Pflanzen.

So steigt immer weiter die Vorfreude und das geplante Aquascape nimmt in meinem Kopf immer mehr Gestalt an – wird dann in der Umsetzung zwar häufig doch anders, aber meist sogar noch besser.

Vorher habe ich mir ungefähr einen Plan gemacht, ob ich bspw. eher mit vielen Stängelpflanzen und/oder Aufsitzerpflanzen oder einem Bodendecker im Aquarium arbeiten will. Das sind dann alles Überlegungen, die eng ineinander greifen und erst nach und nach zu Entscheidungen führen.

Recht fix gesetzt ist bei mir das Soil. Ich stehe einfach auf schwarzes Soil, wie bspw. das ADA Amazonia oder JBL Proscape:

Dann geht’s weiter und entscheidet sich anhand meiner Hardscape-Wahl. Finde ich schöne Steine, wirds eher Steinlastig. Kreuzt eine mega coole Wurzel meinen Weg, wird es ein schickes Dschungel-Aquascape.

Du verstehst: es gibt hier keine wirkliche Reihenfolge. Du solltest nur unbedingt grob wissen, worauf es so ankommt.

Bücher, wie bspw. die Aquascaping-Fibel ist gerade für Einsteiger sehr zu empfehlen:

Aquascaping-Fibel: Modernes Aquariendesign leicht...*
  • Oliver Knott
  • Dähne Verlag
  • Auflage Nr. 2. Aufl. (27.02.2013)
  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten

Was ist deine Aquascaping-Motivation? Was treibt Dich dazu, dein gerade gut laufendes Aquascape auszureißen und vom neuen mit dem Stress einer Neueinrichtung auseinander zusetzen? Schreib es doch gerne in die Kommentare!

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